Tag 65-68: Daytona Beach, oder: Home sweet Home

Vorabgeschichte zu Daytona: Ich war ja ein paar Wochen frueher schonmal da und hatte bei Mike und Erick genaechtigt. Da man aber immer mehrere Couchsurfing-Anfragen herausschickt um so dann letztendlich auch jemanden zu findet der einen hostet kriegt man im Idealfall auch mehrere Antworten. So geschehen damals in Daytona. Wir hatten die Moeglichkeit zwischen zwei moeglichen Hosts auszuwaehlen. Mike und Erick antworteten zuerst, deshalb naechtigten dort. Ralph, der zweite potenzielle Host antwortete etwas spaeter und lud uns, nachdem eir ihm erklaert hatten dass wir bereits einen Schlafplatz hatten noch zum kajaken ein was dann aber leider an unserem uebermaessigen Alkoholkonsum scheiterte. Ich blieb allerdings mit Ralph in Kontakt und war jetzt auf dem Weg von Fort Lauderdale nach Daytona Beach um ihm und seiner Frau endlich von Angesicht zu Angesicht gegenueberzustehen. Ganz ehrlich, das war die beste Couchsurfing-Erfahrung ueberhaupt. Mike und Erick waren spitze, Paul in Chicago war toll, Mike in Nyc war ein verrueckter Vogel - aber nirgendwo vorher betrat ich ein Haus und fuehlte mich gleich wie zu Hause. Ralph und Suzi, seine Frau und urspruenglich aus Wien aber dann in die USA umgezogen gaben mir von vornherein das Gefuehl absolut willkommen und ein Teil der Familie zu sein. Ich habe viele tolle und herzliche Menschen auf meiner Reise kennengelernt, aber nie zuvor ein Erlebnis wie dieses gehabt. Letzten Endes "adoptierten" sie mich und zwei andere Maedels die den ersten Tag ueber auch dort waren, spontan. Die Nachbarschaft war fantastisch, jeder kennt jeden und alle sind einfach nur ein grosser haufen von Freunden, der sich gegenseitig hilft und miteinander Spass hat. In so einer Nachbarschaft moechte ich spaeter mal leben. Wir waren im besten Sushiladen der Welt (Cafe du Japon, Daytona Beach!), waren -endlich- kajaken und haben Delfine gesehen, auf disappearing island ein bisschen gefeiert, die besten Chicken Wings in ganz Amerika (leider den Namen vergessen), ein riesiges Barbecue mit allen Nachbarn veranstaltet und und und. An meinem Geburtstag, den ich zufaelligerweise auch mit Ihnen verbrachte ueberraschten sie mich zuerst mit einer wunderbaren Geburtstagstorte, einer Harleytour und einer Spritztour mit Ihrem Porsche zu den Sehenswurdigkeiten Daytonas die ich zwar fast alle schon gesehen hatte, mit den zweien aber trotzdem umso mehr genoss. (auf diesem Wege noch einmal vielen, vielen lieben Dank euch zwei Lieben, dass ihr mir einen so unvergesslichen Tag geschenkt habt und mir fernab von zu Hause doch das Gefuehl vermittelt habt inmitten meiner familie zu sein!) Schweren, sehr schweren Herzens verabschiedete ich mich am Abend meines Geburtstags von den zweien und ihrem wunderbaren Hund Chester (bester Hund der Welt!) um auch noch Mike und Erick zu besuchen bevor ich am naechsten Tag wieder Richtung Miami fahren sollte. Bevor ich ging musste ich allerdings das Versprechen abgeben auf jeden Fall in Kontakt zu bleiben und zurueckzukommen, am besten mit meiner ganzen Familie und allen Freunden. Ihr zwei, ich werde ganz sicher zurueckkommen und dann vielleicht auch gar nicht mehr gehen wollen. Nach meinem emotionalen Abschied von meinen "Stiefeltern" besuchte ich Mike und Erick, ebenfalls in Daytona Beach. Verbrachte den Abend zusammen mit ihnen zu Hause, natuerlich mit Bier und den neuesten Neuigkeiten bevor ich am darauffolgenden Tag schweren Herzens die Rueckfahrt nach Miami antrat. Craig und seine Familie, die ich damals auf der Redneckparty kennengelernt hatte und die mich ebenfalls eingeladen hatten zu kommen , sah ich leider nicht. Zwar hatten wir einen Besuch verabredet, an besagtem Tag gab es allerdings einen Todesfall in der Familie, sodass sie mir absagen mussten. Mein straffer Zeitplan liess es bloederweise nicht zu noch ein paar tage laenger zu bleiben und so verliess ich Daytona ohne sie nochmals gesehen zu haben. Wir stehen aber weiterhin in Kontakt.

5.9.14 23:21, kommentieren

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Tag 64-67: Fort Lauderdale

Es war also soweit: meine letzten zwei Wochen in den USA waren angebrochen. Ein bisschen nervoes machte mich das schon, hatte ich mich mittlerweile doch sehr an Land und Leute und die ganzen Verruecktheiten gewoehnt. Kaum in Miami gelandet, gingen erstmal die Pferde mit mir durch. Dadurch, dass ich vorher schon einmal hier war und die ganzen Leute die ich kennengelernt hatte noch einmal sehen wollte, musste ich flexibel sein. Also dachte ich mir "Scheiss drauf, Auto mieten." Ja. Tolle Idee. Ich wusste schon aus meinen Zeiten als Beifahrer und auf der Rueckbank dass die Amis fahren wie die Irren. Mit Automatikautos hatte ich auch erst einmal Erfahrung gesammelt und zwar zu Hause bei Schnee, Glatteis und Dunkelheit, besonders motivierend war diese Erfahrung fuer mich nicht. Aber Madame musste sich nach Nachtflug und Schlafentzug unbedingt ein Auto mieten, wuerde demnaechst ja 25 werden (in den USA unter 25 Jahre alt zu sein und ein Auto zu mieten ist ziemlich teuer. Macht keinen Sinn, is aber so.). Also bei Alamo die Karre geholt und losgefahren. 5-spurige Highways auf denen jeder faehrt wie er will kennen wir im schoen geordneten Deutschland im Normalfall nicht so. Komplett uebermuedet und uerberfordert aber gleichzeitig auch aufgekratzt kam ich dann auch noch in einen fuer Florida so typischen spontanen Wolkenbruch woraufhin ich beschloss, erstmal nicht direkt die 5h nach Daytona durchzufahren sondern in Fort Lauderdale zu rasten. Am Hostel angekommen (das sich spaeter als Schwulenhostel herausstellen sollte) ueberkam mich nach der doch ganz gut gemeisterten Katastrophe ein "ich bin der Koenig der Welt. Mir kann keiner was"- Feeling. Witzigerweise traf ich im dort zwei deutsche Jungs die ich schon vorher mal kurz in der Washingtoner U-Bahn getroffen hatte (passiert mir immer wieder, die Welt ist tatsaechlich ein Dorf). Ich weiss nicht genau warum und wieso, aber ich mietete mich erstmal fuer drei Naechte dort ein und liess nach den Anstrengungen der Westkueste und den Exzessen in Las Vegas fuer ein paar Tage gediegen die Seele baumeln. Da es in Fort Lauderdale ausser der Seagrass Mall nicht viel zu sehen gab und Strandbesuche aufgrund spontaner Regenfaelle und krassem Moskitoaufkommen eher nicht ratsam waren verbrachte ich einen gro-en Teil meiner Zeit tatsaechlich beim Shopping. Hatte ja jetzt ein Auto zum bunkern und sowieso versprochen ein Paket heimzuschicken. Gesagt - getan. Um viele Dollars leichter begann ich mich allmaehlich wieder an die tropische Hitze (finde ich persoenlich viel schlimmer als die trockene Hitze im Valley) und die Moskitos zu gewoehnen. Die Jungs waren ganz witzig und da wir das gleiche Endziel (Miami) vor Augen hatten bot ich ihnen an, sie auf dem Rueckweg wieder einzusammeln.

5.9.14 22:03, kommentieren