Tag 64-67: Fort Lauderdale

Es war also soweit: meine letzten zwei Wochen in den USA waren angebrochen. Ein bisschen nervoes machte mich das schon, hatte ich mich mittlerweile doch sehr an Land und Leute und die ganzen Verruecktheiten gewoehnt. Kaum in Miami gelandet, gingen erstmal die Pferde mit mir durch. Dadurch, dass ich vorher schon einmal hier war und die ganzen Leute die ich kennengelernt hatte noch einmal sehen wollte, musste ich flexibel sein. Also dachte ich mir "Scheiss drauf, Auto mieten." Ja. Tolle Idee. Ich wusste schon aus meinen Zeiten als Beifahrer und auf der Rueckbank dass die Amis fahren wie die Irren. Mit Automatikautos hatte ich auch erst einmal Erfahrung gesammelt und zwar zu Hause bei Schnee, Glatteis und Dunkelheit, besonders motivierend war diese Erfahrung fuer mich nicht. Aber Madame musste sich nach Nachtflug und Schlafentzug unbedingt ein Auto mieten, wuerde demnaechst ja 25 werden (in den USA unter 25 Jahre alt zu sein und ein Auto zu mieten ist ziemlich teuer. Macht keinen Sinn, is aber so.). Also bei Alamo die Karre geholt und losgefahren. 5-spurige Highways auf denen jeder faehrt wie er will kennen wir im schoen geordneten Deutschland im Normalfall nicht so. Komplett uebermuedet und uerberfordert aber gleichzeitig auch aufgekratzt kam ich dann auch noch in einen fuer Florida so typischen spontanen Wolkenbruch woraufhin ich beschloss, erstmal nicht direkt die 5h nach Daytona durchzufahren sondern in Fort Lauderdale zu rasten. Am Hostel angekommen (das sich spaeter als Schwulenhostel herausstellen sollte) ueberkam mich nach der doch ganz gut gemeisterten Katastrophe ein "ich bin der Koenig der Welt. Mir kann keiner was"- Feeling. Witzigerweise traf ich im dort zwei deutsche Jungs die ich schon vorher mal kurz in der Washingtoner U-Bahn getroffen hatte (passiert mir immer wieder, die Welt ist tatsaechlich ein Dorf). Ich weiss nicht genau warum und wieso, aber ich mietete mich erstmal fuer drei Naechte dort ein und liess nach den Anstrengungen der Westkueste und den Exzessen in Las Vegas fuer ein paar Tage gediegen die Seele baumeln. Da es in Fort Lauderdale ausser der Seagrass Mall nicht viel zu sehen gab und Strandbesuche aufgrund spontaner Regenfaelle und krassem Moskitoaufkommen eher nicht ratsam waren verbrachte ich einen gro-en Teil meiner Zeit tatsaechlich beim Shopping. Hatte ja jetzt ein Auto zum bunkern und sowieso versprochen ein Paket heimzuschicken. Gesagt - getan. Um viele Dollars leichter begann ich mich allmaehlich wieder an die tropische Hitze (finde ich persoenlich viel schlimmer als die trockene Hitze im Valley) und die Moskitos zu gewoehnen. Die Jungs waren ganz witzig und da wir das gleiche Endziel (Miami) vor Augen hatten bot ich ihnen an, sie auf dem Rueckweg wieder einzusammeln.

5.9.14 22:03

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