27.07.-31.07.2014: Cancun, Isla Mujeres

Da war ich also. Zentralamerika. Das "grosse Abenteuer"konnte losgehen, die USA waren ja eher noch mit Europa vergleichbar. Dachte ich. In Cancun angekommen dann erstmal die Erkenntnis: Das is' ja wie Miami, nur sprechen die hier mehr Englisch. Witzigerweise war es tatsaechlich so, dass man in Miami mehr Spanisch als Englisch hoerte und in Cancun mehr Englisch als Spanisch. Ich war also erstmal verwirrt. Ob die darauffolgende saudumme Idee auf meiner Verwirrung, der Allgemeinen Panikmache aller, dort "bloss niemandem zu trauen" oder etwas anderem gruendete kann ich auch im Nachhinein nicht feststellen, Fakt ist allerdings dass ich gleich nach meiner Ankunft am Flughafen die duemmste Idee meiner ganzen bisherigen (und hoffentlich zukuenftigen) Reise hatte und in die Tat umsetzte: Ich mietete ein Auto. Lasst euch eins gesagt sein: Ihr braucht in Sued-und Zentralamerika kein Auto. Es ist teuer, unnuetz und man muss die ganze Zeit Angst haben von irgendeinem Irren gerammt zu werden. Wer allerdings auf den Nervenkitzel steht, jeden morgen auf's Neue herauszufinden ob die Karre noch da ist oder geklaut wurde, dem ist eine Autoanmietung durchaus zu empfehlen (Ironie aus). Das Haupttransportmittel in Zentral-und Suedamerika sind Busse, absolut ausreichend, billig und man kann waehrend der Fahrt schlafen was im Auto eher kontraproduktiv waere. Da ich nun aber leider dumm bin war ich nun fuer etwas mehr als eine Woche Besitzerin eines Autos das zu Hause niemand auch nur in die Naehe einer Strasse gelassen haette. Es fuhr immerhin und so machte ich mich auf die Suche nach meinem Hostel. Da ich zu der Zeit ausser "Si", "No", "Gracias" und "Una cerveza por favor" (Ja, Bier bestellen muss in allen Sprachen funktionieren) kein Wort Spanisch konnte und die bei Europcar auch keine Navis mehr hatten (das Glueck war mir hold), gestaltete sich das ganze Unterfangen etwas schwierig. Kurzum: Nachdem ich an die 3h immer wieder an meinem Hostel vorbeigefahren war, dafuer aber einen Grossteil Cancuns schon mit dem Auto besichtigt hatte fand ich es dann doch noch, beschloss dass ich alles doof fand, kaufte mir Bier und schmollte bis ich einschlief. Am naechsten Tag war das Leben dann schon wieder besser, ich lernte ein paar ganz nette Leute im Hostel kennen, mit denen ich dann auch die restlichen Tage in Cancun verbrachte. Wir kochten gemeinsam, erkundeten die Stadt (die Touriecke liessen wir dabei komplett aus, auch wenn wir da wohnten), gingen in eine lokale Karaokebar (sehr witzig!), und und und... Ich machte Erfahrung mit dem Busverkehr in Mexiko der fuer mich, naja nennen wir es mal "gewoehnungsbeduerftig" war. Es gibt zwar Bushaltestellen dort, aber die muss man erstmal finden. Im Endeffekt stellt man sich einfach an die Strasse, wedelt dem Bus dem man zusteigen moechte mit der Hand zu und wenn der Busfahrer Bock drauf hat haelt er an. Mir daemmerte so langsam, dass ich mich im Vergleich zu unserem schoen geordneten Deutschland mit seinen gut ausgeschilderten Bushaltestellen - und Plaenen gewaltig umzustellen hatte. Lief dann aber doch ganz gut fuer mich. An meinem ersten ganzen Tag dort machte ich auch direkt Bekanntschaft mit richtigen Tacos (nicht dem Scheiss, den die Amis haben) und Salsa Verde was ich zu meinem Unglueck zunaechst fuer Guacamole hielt. Mit brennendem Mund und Traenen in den Augen begriff ich: Ich musste hier noch viel, viel lernen. In Cancun hing ich den Tag ueber meistens nur rum, ich musste mich erstmal an die Hitze gewoehnen und fand das Touri-Areal eh doof. Sobald die Hitze ertraeglicher wurde ging's dann raus um die Stadt zu erkunden und ein paar Bier zu trinken. Einen Tag verbrachte ich komplett mit einer netten Kolumbianerin Michelle die mich (Gott sei Dank!) unter ihre Fittiche genommen hatte am Strand wo ich mir einen wirklich ganz ueblen Sonnenbrand holte und lernte: Sonne kann auch in Lateinamerika wehtun! Meinen letzten Tag in Cancun verbrachte ich mit Michelle und den anderen aus dem Hostel auf der "Fraueninsel", Isla de Mujeres. Dort angekommen direkt mal die Erkenntnis: Waere ich hier mal eher hergekommen. Natuerlich sind auf der Insel auch ein Haufen Touris, aber man hat trotzdem nicht das Gefuehl im Massentourismus festzuhaengen. Es gibt Streetfood, nette kleine Bars und so weiter. Wir waren gleich mal so doof uns fuer eine Schnorcheltour anzumelden, die uns anfangs recht billig und gut erschien. 4 Stops und Mittagessen fuer umgerechnet um die 60 Euro, geht. Die vier Stops entpuppten sich als nur 2 Stops, man musste Schwimmwesten tragen, die Gruppe war definitiv zu gross, der Fuehrer ein Kind, es gab nicht genug Flossen fuer alle und ein schoenes Riff suchten wir vergeblich. Immerhin das Essen war gut. Im Nachhinein bin ich froh diese Tour gemacht und mit ihr auf die Schnauze gefallen zu sein, in Zukunft wuerde ich mir sowas sparen und mehr auf eigene Faust losziehn. Wir verbrachten den restlichen Tag am Strand, sahen einen wundervollen Sonnenuntergang und fanden uns irgendwann in einer Hostelbar wieder, worauf meine Freunde vom Hostel beschlossen spontan die Nacht dort zu verbringen. So enterte ich alleine die letzte Faehre um Mitternacht, nahm ein (ruecklickend viel zu ueberteuertes!) Taxi und ging zurueck ins Hostel. Am naechsten Tag sollte es nach Tulum gehen.

13.9.14 16:23

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